KI-generierte Musik bei TIDAL und Deezer: Was Künstler jetzt über Uploads, Kennzeichnung und Tantiemen wissen müssen
Künstliche Intelligenz ist längst in der Musikproduktion angekommen. Was vor wenigen Jahren noch als Zukunftsmusik galt, gehört heute für viele Produzenten, Songwriter und Künstler zum kreativen Alltag. Manche nutzen KI lediglich als Unterstützung beim Mixing oder Mastering, andere lassen komplette Songs von einer KI erstellen.
Mit dieser Entwicklung stehen auch Streaming-Plattformen vor neuen Herausforderungen. Sie müssen Innovation ermöglichen, gleichzeitig aber verhindern, dass automatisiert erzeugte Musik die Vergütungssysteme ausnutzt oder menschliche Künstler verdrängt.
Vor allem TIDAL und Deezer haben ihre Richtlinien in den vergangenen Monaten deutlich weiterentwickelt. Wer heute Musik veröffentlicht – unabhängig davon, ob sie vollständig von Hand oder mit Unterstützung von KI entstanden ist – sollte diese Entwicklungen kennen.
Warum Streaming-Dienste überhaupt reagieren
Die Zahl KI-generierter Musikveröffentlichungen wächst rasant. Deezer berichtet inzwischen, dass täglich zehntausende vollständig KI-generierte Titel hochgeladen werden. Nicht alle entstehen aus künstlerischer Motivation. Ein Teil dieser Veröffentlichungen verfolgt offenbar vor allem ein Ziel: möglichst viele Streams zu generieren und dadurch Einnahmen aus dem gemeinsamen Vergütungstopf zu erzielen.
Für Streaming-Plattformen bringt das gleich mehrere Herausforderungen mit sich:
- menschliche Künstler konkurrieren mit einer enormen Zahl automatisiert erzeugter Titel,
- Empfehlungsalgorithmen werden zunehmend mit KI-Inhalten gefüllt,
- Streaming-Betrug lässt sich leichter skalieren,
- urheberrechtliche Fragen bleiben häufig ungeklärt.
Aus Sicht der Plattformen besteht deshalb Handlungsbedarf. Die Antwort lautet: bessere Erkennung, mehr Transparenz und strengere Regeln für die Monetarisierung.
TIDAL verfolgt derzeit den strengsten Kurs
TIDAL hat seine KI-Richtlinien deutlich verschärft. Anders als häufig vermutet, verbietet die Plattform KI-generierte Musik jedoch nicht grundsätzlich. Entscheidend ist vielmehr, wie ein Werk entstanden ist und ob es gegen geltende Regeln verstößt.
KI-Musik bleibt grundsätzlich erlaubt
Vollständig KI-generierte Titel dürfen weiterhin veröffentlicht werden, sofern sie
- keine Künstler imitieren,
- keine Stimmen oder Identitäten missbrauchen,
- keine Urheberrechte verletzen und
- nicht für Streaming-Betrug eingesetzt werden.
Darüber hinaus kennzeichnet TIDAL vollständig KI-generierte Inhalte entsprechend, damit Hörer nachvollziehen können, wie ein Titel entstanden ist.
Keine Tantiemen für vollständig KI-generierte Musik
Die wichtigste Änderung betrifft die Vergütung.
Nach den aktuellen Richtlinien zahlt TIDAL keine Royalties mehr für Titel aus, die als vollständig KI-generiert eingestuft werden. Die Musik kann zwar weiterhin auf der Plattform verfügbar sein, nimmt jedoch nicht mehr am regulären Vergütungsmodell teil.
Auch Nutzer von TIDAL Upload können solche Titel grundsätzlich veröffentlichen. Streaming-Einnahmen oder Direct-to-Fan-Erlöse werden dafür jedoch nicht ausgezahlt.
Die Begründung von TIDAL ist nachvollziehbar: Einnahmen aus dem Streaming sollen in erster Linie den Menschen zugutekommen, die Musik schreiben, komponieren und interpretieren.
Wie sieht es bei KI-unterstützter Musik aus?
Hier verläuft derzeit die entscheidende Grenze.
Wer KI lediglich als Werkzeug nutzt – etwa für
- Mastering,
- Mixing,
- Sounddesign,
- Drum-Programmierung,
- Synthese oder
- Ideen für Arrangements,
erstellt aus Sicht von TIDAL grundsätzlich weiterhin ein menschliches Werk.
Allerdings weist das Unternehmen selbst darauf hin, dass sich diese Bewertung mit der Weiterentwicklung der Erkennungstechnologien künftig verändern kann. Die Richtlinien dürften also auch in Zukunft regelmäßig angepasst werden.
Deezer setzt auf Erkennung statt auf Verbote
Auch Deezer reagiert aktiv auf die wachsende Zahl KI-generierter Veröffentlichungen – verfolgt dabei aber einen etwas anderen Ansatz.
Die Plattform setzt auf eigene Erkennungssysteme, um automatisch erzeugte Musik zu identifizieren und entsprechend zu kennzeichnen. Außerdem fließen solche Titel deutlich seltener in Empfehlungen oder redaktionelle Playlists ein. Ziel ist es, qualitativ hochwertige Veröffentlichungen besser sichtbar zu halten und massenhaft generierte Inhalte nicht zusätzlich zu fördern.
Werden bei Deezer weiterhin Tantiemen gezahlt?
Grundsätzlich ja – allerdings nicht uneingeschränkt.
Deezer unterscheidet zwischen einer legitimen Nutzung von KI und missbräuchlichen Veröffentlichungen.
Nach aktuellem Stand gilt:
- KI-unterstützte Musik kann weiterhin vergütet werden.
- Titel, die ausschließlich zur Manipulation des Vergütungssystems erstellt wurden oder im Zusammenhang mit Streaming-Betrug stehen, können von Auszahlungen ausgeschlossen werden.
- In schwerwiegenden Fällen können entsprechende Inhalte auch vollständig entfernt werden.
Deezer verfolgt damit einen differenzierteren Ansatz als TIDAL und bewertet nicht jede KI-Nutzung automatisch als problematisch.
Was bedeutet das für Künstler, die ohne KI arbeiten?
Für klassische Musikproduktionen sind diese Entwicklungen eher positiv.
Die Streaming-Dienste versuchen derzeit, den wirtschaftlichen Einfluss massenhaft automatisierter Uploads zu begrenzen. Dadurch sollen Einnahmen wieder stärker bei den Künstlern ankommen, die tatsächlich komponieren, aufnehmen und produzieren.
Auch die Empfehlungsalgorithmen sollen langfristig weniger von automatisch erzeugten Inhalten dominiert werden.
Was gilt für Künstler, die KI nutzen?
Hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
KI ist inzwischen in vielen professionellen Produktionsprozessen angekommen. Werkzeuge zur Vocal-Restauration, Rauschunterdrückung, Mixing, Mastering oder zum Sounddesign gehören inzwischen für zahlreiche Produzenten zum Alltag.
Zwischen solchen Anwendungen und einem vollständig automatisch erzeugten Song besteht jedoch ein erheblicher Unterschied.
Entscheidend dürfte künftig weniger die Frage sein, ob KI eingesetzt wurde, sondern welche kreative Leistung der Mensch am fertigen Werk erbracht hat.
Wer weiterhin selbst komponiert, arrangiert, produziert oder performt und KI lediglich als Werkzeug nutzt, bewegt sich nach heutigem Stand deutlich sicherer als Anbieter vollständig automatisierter Produktionen.
Transparenz wird zunehmend wichtiger
Branchenweit wird derzeit an einheitlichen Standards gearbeitet, mit denen sich KI-generierte und KI-unterstützte Musik künftig eindeutig kennzeichnen lässt.
Davon könnten letztlich alle Beteiligten profitieren: Streaming-Dienste, Labels, Künstler und nicht zuletzt die Hörer, die nachvollziehen möchten, wie ein Werk entstanden ist.
Fazit
Die Diskussion über KI in der Musikbranche wird uns noch lange begleiten. Klar ist aber schon heute: Streaming-Plattformen unterscheiden zunehmend zwischen kreativer Unterstützung durch KI und vollständig automatisiert erzeugter Musik.
TIDAL verfolgt derzeit den strengsten Kurs und schließt vollständig KI-generierte Titel von der Vergütung aus. Deezer setzt stärker auf Erkennung, Kennzeichnung und Maßnahmen gegen Missbrauch, ohne KI-unterstützte Produktionen grundsätzlich von Tantiemen auszuschließen.
Für Künstler bedeutet das vor allem eines: KI wird künftig vermutlich ein fester Bestandteil moderner Musikproduktion bleiben. Gleichzeitig steigt der Stellenwert menschlicher Kreativität. Wer KI sinnvoll als Werkzeug einsetzt und seine eigene kreative Leistung in den Mittelpunkt stellt, dürfte auch in Zukunft gute Chancen haben, seine Musik erfolgreich auf Streaming-Plattformen zu veröffentlichen und zu monetarisieren.
Transparenzhinweis: Der Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, und anschließend redaktionell geprüft von unserem Team. Bei Fragen kontaktiere uns gern jederzeit.